Kleinere Schäden

Kostenvoranschlag für Kfz-Schäden

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Ein Mann im Sakko zeigt auf einen feinen Kratzer an der Tür eines dunklen Autos

Ein Kostenvoranschlag beziffert, was die Reparatur eines Schadens kostet — nicht mehr und nicht weniger. Für kleinere Schäden ist das genau das richtige Werkzeug: schnell, günstig und ausreichend, um mit der Versicherung ins Gespräch zu kommen.

Wir erstellen Kostenvoranschläge für Kfz-Schäden als unabhängiges Sachverständigenbüro und sagen Ihnen vorher, ob Ihr Fall damit wirklich abgedeckt ist. Wenn nicht, sagen wir das auch.

Was ein Kostenvoranschlag enthält

Der Kostenvoranschlag kalkuliert die Instandsetzung des sichtbaren Schadens: Arbeitszeiten nach Herstellervorgaben, Ersatzteilpreise, Lackierkosten und Kleinmaterial. Er hält den Schaden fotografisch fest und rechnet ihn durch.

Was er nicht enthält, ist ebenso wichtig zu wissen: keine merkantile Wertminderung, keinen Nutzungsausfall, keinen Wiederbeschaffungs- oder Restwert und keine belastbare Dokumentation des Unfallhergangs. Wer diese Positionen braucht, braucht ein Gutachten.

Wann ein Kostenvoranschlag reicht — und wann nicht

Sinnvoll ist er bei Bagatellschäden, also grob unterhalb von rund 750 Euro Reparaturkosten. In diesem Bereich muss die gegnerische Haftpflichtversicherung die Kosten eines Sachverständigengutachtens nicht erstatten, weil ein wirtschaftlich denkender Geschädigter hier mit weniger auskommt.

Er reicht außerdem, wenn Sie nur wissen wollen, was eine Reparatur kostet: vor dem Verkauf, nach einem Parkrempler auf dem eigenen Grundstück oder wenn Sie entscheiden, ob Sie einen Kaskoschaden überhaupt melden.

Nicht ausreichend ist er, sobald eine Versicherung den Schaden regulieren soll und der Schaden über die Bagatellgrenze hinausgeht, sobald der Unfallhergang strittig ist oder sobald Ihr Fahrzeug durch den Unfall an Wert verloren hat. Dann fehlen die entscheidenden Positionen.

Der Unterschied zum Unfallgutachten in einem Satz

Der Kostenvoranschlag sagt, was die Reparatur kostet. Das Unfallgutachten sagt, was der Unfall Sie insgesamt gekostet hat — einschließlich Wertverlust und Ausfallzeit — und beweist den Zustand des Fahrzeugs vor der Reparatur.

Das ist der Grund, warum die Wahl zwischen beiden keine Preisfrage ist, sondern eine Frage des Schadens. Bei einem Haftpflichtschaden über der Bagatellgrenze trägt die gegnerische Versicherung die Kosten des Gutachtens — und das Gutachten erfasst auch die Positionen, die ein Kostenvoranschlag auslässt.

Plausibilitätsprüfung eines vorliegenden Kostenvoranschlags

Sie haben bereits einen Kostenvoranschlag aus einer Werkstatt und sind unsicher, ob er den Schaden vollständig abbildet? Wir prüfen ihn gegen den tatsächlichen Fahrzeugzustand: ob alle beschädigten Teile erfasst sind, ob die kalkulierten Arbeitswerte zum Schadenbild passen und ob verdeckte Schäden übersehen wurden.

Das ist besonders dann sinnvoll, wenn eine Versicherung auf Basis eines fremden Kostenvoranschlags kürzen will — oder wenn ein Kaufinteressent Ihnen einen Schaden vorrechnet, den es in dieser Höhe nicht gibt.

Ein Fall aus der Praxis: wenn der Schaden kleiner aussieht, als er ist

Tesla Model 3 mit eingedrückter Seitenwand hinten links, daneben eine Messlatte zur Dokumentation der Schadenhöhe.
Fahrzeug
Tesla Model 3, Erstzulassung 2024
Laufleistung
87.611 km
Schaden
Seitenwand hinten links
Reparaturkosten
4.820 Euro brutto
Wiederbeschaffungswert
24.500 Euro
Ergebnis
Reparaturschaden

Auf den ersten Blick eine Delle mit einer Schleifspur. Wie weit die Verformung wirklich reichte, wurde erst unter Streifenlicht sichtbar: Im gespiegelten Streifenmuster treten Vertiefungen hervor, die auf einem gewöhnlichen Foto im Lack verschwinden.

Kalkuliert wurden 4.820 Euro brutto — etwa das Sechsfache der Bagatellgrenze von rund 750 Euro, bis zu der ein Kostenvoranschlag genügt. Der Grund liegt in der Bauweise: Die hintere Seitenwand ist ein geschweißtes Karosserieteil, kein geschraubter Kotflügel. Was nach einer Delle aussieht, ist Karosseriearbeit.

Ein Kostenvoranschlag hätte den Betrag womöglich ähnlich getroffen. Was er nicht geleistet hätte: den Zustand vor der Reparatur so festzuhalten, dass er sich später noch belegen lässt.

Wie groß ein Schaden aussieht, sagt nichts darüber, welches Werkzeug er braucht.

Echter Fall aus unserem Büro, Foto aus der Begutachtung. Alle Zahlen stammen aus dem Gutachten; Angaben, die auf den Halter oder das Kennzeichen schließen lassen, enthalten weder Text noch Bild.

Den direkten Vergleich beider Wege mit Kostenbeispielen und Entscheidungshilfe finden Sie hier:

Unfallgutachten vs. Kostenvoranschlag — was ist besser für Sie?

Häufige Fragen

Was ist besser: Kostenvoranschlag oder Gutachter?

Das hängt am Schaden. Unterhalb von rund 750 Euro ist der Kostenvoranschlag die wirtschaftlich richtige Wahl, darüber das Gutachten — weil nur dieses Wertminderung, Nutzungsausfall und Restwert erfasst und den Fahrzeugzustand beweiskräftig dokumentiert.

Zahlt die Versicherung den Kostenvoranschlag?

Bei einem unverschuldeten Unfall gehören auch die Kosten eines Kostenvoranschlags zum ersatzfähigen Schaden. Bei Eigen- und Kaskoschäden tragen Sie sie selbst; den Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer nennen wir vorab.

Wie schnell bekomme ich einen Kostenvoranschlag?

Die Besichtigung dauert etwa eine halbe Stunde, den fertigen Kostenvoranschlag erhalten Sie in der Regel innerhalb von 48 Stunden nach der Besichtigung.

Kann ich mit einem Kostenvoranschlag fiktiv abrechnen?

Eine Abrechnung ohne Reparaturnachweis ist auf dieser Grundlage möglich, aber begrenzt: Ersetzt werden die kalkulierten Netto-Reparaturkosten. Positionen wie Wertminderung oder Nutzungsausfall bleiben ohne Gutachten außen vor. Wie Ihre Versicherung im konkreten Fall reguliert, klären Sie mit Ihrem Anwalt.

Die Begutachtung führt Kevin Peltzer persönlich durch, unabhängiger Kfz-Sachverständiger und Inhaber von Fahrzeugcheck.NRW. Qualifikation und Schwerpunkte

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